Anonymes Lesen

Der Wert von Print in digitalen Zeiten

Es ist inzwischen unbestritten, dass Lesen auf Papier einen nachhaltigeren Eindruck als Lesen auf dem Bildschirm hinterlässt. Unzählige Studien haben sich mit dem Thema beschäftigt und den Wert der gedruckten Worte nachhaltig bestätigt. Mehr als 150 Wissenschaftler aus 30 Ländern bilden das Forschernetzwerk E-Reads, elektronische Lektüren, so könnte man das übersetzen. Psychologen, Pädagogen, Sozialwissenschaftler, Neurologen und natürlich auch Philologen ergründen die Auswirkungen, die das digitale Lesen am Bildschirm auf uns und die Gesellschaft hat. Der Vorsprung von Print mag schmelzen. Aber es gibt ihn. Ohne Zweifel.

Und natürlich gibt es Menschen, die haben eine große Affinität zum Papier, lieben den Geruch und mögen die Haptik.

Und Buchleser wissen ganz genau, welch schönen Effekt es hat, wenn der rechte Teil des Buches immer weniger wird und das Ende näherkommt. Eine physikalische Erfahrung, die beim digitalen Lesen nicht vorhanden ist.

Einen ganz besonderen Aspekt hat jetzt Jonas Cleve in seiner Masterarbeit an der Hochschule Düsseldorf in den Vordergrund gestellt: Das anonyme Lesen. Das gedruckte Wort hinterlässt keine Spuren. Indem der digitale Informationsweg umgangen wird, können keine Daten von dem entstehen, was uns interessiert und was uns gedanklich beschäftigt. Das anonyme Lesen bietet eine Möglichkeit, das private Recht auf Informationsfreiheit und die daraus resultierenden Ergebnisse offline zu schützen. Was für ein wunderbares Geschenk: Kein Dritter verfolgt und nutzt -wofür auch immer – uns und unsere Gedanken. Neben der theoretischen Aufarbeitung hat Jonas Cleve das Thema typografisch exzellent aufs Papier gebracht.

Mehr dazu gibt es hier: https://www.designmadeingermany.de/2018/156142/ oder direkt bei Jonas Cleve (Link: http://www.jonascleve.com/)